Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt – der hat Kultur.

Oscar Wilde (1854-1900)

, Döbeli Ruedi

Freilichtmuseum - „Campus Galli“

Angekommen am Campus Galli, einem lebendigen Bauprojekt nach dem berühmten St. Galler Klosterplan, empfing uns eine überraschend frische Brise. Trotz Sonne blies der Wind uns ordentlich um die Ohren – mittelalterliches Feeling deluxe, nur halt ohne Zentralheizung.

Willkommen im 9. Jahrhundert

Unser Guide, Herr Christoph, erwies sich als echter Glücksgriff. Mit Leidenschaft und Detailwissen führte er uns durch das entstehende Klosterdorf. Er erklärte, wie hier mit historischen Techniken und Werkzeugen ein ganzes Kloster entsteht – Stein auf Stein, Balken für Balken, genau wie im Jahr 830.

Besonders spannend: Die Einblicke in die einzelnen Baustellen – vom Gerber bis zur Schmiede – und die Erklärung, wie mühsam und gleichzeitig genial unsere Vorfahren damals gearbeitet haben.

Mittagessen im Freien: Mittelalterlich – und frostig

Zur Stärkung gab es ein stilechtes Mittagessen draußen unter freiem Himmel:
  • Metwein, der glücklicherweise warm serviert wurde (ein echter Lebensretter bei gefühlten 5 Grad)
  • Linsensuppe mit Wurst, dampfend und kräftig
  • Honigkuchen – süß, klebrig, perfekt
  • und das schwäbische Highlight: Dennetle, eine Art mittelalterliche Pizza, herrlich deftig.

Die Erkenntnis des Tages: Wenn die Organisation „gute Kleider“ empfiehlt, dann sind Frühlingsjäckchen keine gute Idee. Einige von uns lernten das auf die harte Tour – tapfer, aber leicht bläulich.

Bummel durch die Vergangenheit

Nach dem Essen blieb Zeit für einen eigenen Bummel durch das mittelalterliche Dorf. In den Werkstätten konnte man den Handwerkern direkt bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Holz wird mit Äxten bearbeitet, Textilien auf uralten Webstühlen gefertigt, Töpfer formen mit bloßen Händen kleine Kunstwerke.

Die Liebe zum Detail auf dem gesamten Gelände beeindruckte jeden von uns. Keine Maschinen, kein Strom, nur Mensch, Tier und Handarbeit – ein faszinierender Einblick in eine fast vergessene Welt.

Heimfahrt mit warmem Herzen

Um 15:30 Uhr hieß es Abschied nehmen. Wieder im Car, diesmal in eine gemütliche, angenehm warme Atmosphäre gehüllt, fuhren wir zurück Richtung Speuz. Trotz der frischen Temperaturen draußen waren sich alle einig: Dieser Tag war ein voller Erfolg – lehrreich, lustig, außergewöhnlich.

Fazit

Wer den Campus Galli besucht, reist nicht nur ins Mittelalter, sondern auch in eine Zeit, in der Geduld, Handwerk und Gemeinschaft über allem standen. Und das nächste Mal? Packen wir die dicken Jacken ein – versprochen!