Wer in schönen Dingen einen schönen Sinn entdeckt – der hat Kultur.

Oscar Wilde (1854-1900)

, Döbeli Ruedi

Der Car, der Navi-Streit und die grüne Fee – ein Ausflug ins Val-de-Travers

Am frühen Morgen des 13. August versammelten sich über 30 kulturbegeisterte Frühaufsteher – oder sagen wir besser: mindestens 10 echte Frühaufsteher, der Rest trudelte so peu à peu ein. Alle warteten auf den bestellten Car, der sich anscheinend nicht ganz entscheiden konnte, welches seiner drei Navis denn nun die Hosen anhat. Ein klassischer Fall von: „Zu viel Technik, zu wenig Orientierung.“

Aber als er dann endlich auftauchte, war alles vergeben und vergessen – denn dieser Car war ein echter Hingucker. Knallrot, elegant, fast ein bisschen mondän – der «Car Rouge»! Ganz klar, das stilvollste Gefährt, das unser Kulturverein je geentert hat.

Erstes Ziel: die Schaumweinproduktion von Mauler im Val-de-Travers. Dort prickelte es nicht nur in den Gläsern, sondern auch in den Augen. Bei der Degustation ließen wir es uns gut gehen – wer wollte, füllte den heimischen Weinkeller auf, wer nicht wollte, war spätestens nach dem zweiten Glas überzeugt.

Zum Mittagessen ging’s dann weiter nach La Presta, wo die Spezialität des Hauses nicht etwa vom Grill, sondern – Achtung! – aus dem Asphalt kam. Ja, richtig gelesen. Das Essen wurde im heißen Asphalt gegart. Und ehrlich: Es war nicht nur eine Show, sondern auch ziemlich lecker. Direkt nebenan konnten Neugierige noch tief in die Geschichte der Asphaltminen eintauchen – wortwörtlich, wenn man nicht aufpasste.

Zum Schluss – wie könnte es anders sein – ging’s noch zu einem feinen Digestif nach Couvet. In der Destillerie «Persoz Sàrl» begegneten wir der sagenumwobenen grünen Fee – dem Absinth. Sie hatte nicht nur geschichtliche Anekdoten im Gepäck, sondern auch ordentlich Umdrehungen. Ein würdiger Abschluss für einen Tag, der irgendwo zwischen Genussreise, Zeitreise und Navigations-Drama lag.